Irgendwann letztes Jahr hatte ich die Idee, unseren Kiez - wie es in Berlin so schön heißt - zu fotografieren. Einfach für die Zeit, in der wir vielleicht nicht mehr hier wohnen. Als Andenken sozusagen.

Auf YouTube folge ich Nick Carver, der oft Panoramen fotografiert. Das hat mich inspiriert, ein paar Szenen genau in diesem Format fotografieren zu wollen. Also natürlich digital und nicht mit einer analogen Mittelformatkamera; dafür habe ich weder Zeit, Geduld noch Geld. Die Idee: Bilder von Kreuzungen in meiner unmittelbaren Umgebung. Der Fluchtpunkt, eine Straße hinunter, aber durch das Panorama mit viel mehr Kontext.

Apropos Zeit; von der habe ich in letzter Zeit auch nicht viel zum Fotografieren gehabt und so musste es ein Kameraupgrade sein, das mich endlich mal dazu bewegt hat, es einfach auszuprobieren.

Denn bisher war mir nicht klar, ob die Idee überhaupt klappt. Jetzt habe ich aber einfach mal drei Kreuzungen frei Hand in der Nacht fotografiert und ich finde, das hat Potenzial.

Kulturbrauerei
Blick auf die Kulturbrauerei.
Zionskirche
Blick auf die Zionskirche von der Kastanienallee.
Sowohl als auch
Blick auf die Bäckerei "Sowohl als Auch" auf der Sredzkistr. Ecke Kollwitzstr.

Die Fotos sind zum Teil verschwommen, stürzende Linien, wohin das Auge blickt, und besonders gute Kompositionen auch nicht, aber: Das Konzept gefällt mir. Die Ansicht funktioniert, und ich habe schon mit den drei Motiven eine Menge über Panoramafotografie gelernt.

Das Prominente: Es ist wirklich wichtig, die Brennweite so lang wie möglich zu wählen, damit man stürzenden Linien vermeidet (Die Zionskirche waren 24 mm, die Kulturbrauerei 42 ein riesengroßer Unterschied.). Aber auch, dass man relativ viel Abstand zum Vordergrund braucht, damit der nicht völlig dominiert.

Jetzt wird es sicher noch eine ganze Weile dauern, bis ich diese Motive in “ordentlich” aufnehmen kann. Es beruhigt mich aber zu wissen, dass es geht und sich lohnt, Zeit zu investieren.